Erlanger Initiative 3R – ERI3R

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Reduce. Refine. Replace.

Willkommen auf der Seite der Erlanger Initiative 3R – ERI3R

– Gemeinsam für verantwortungsvolle Forschung –

Wir sind eine standortübergreifende und interdisziplinäre Initiative der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) und des Uniklinikums Erlangen, die sich für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Tierversuchen einsetzt. Unser Team besteht aus engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich gemeinsam für die Prinzipien der 3RReplace, Reduce, Refine – stark machen.

Der Arbeitskreis der Initiative besteht aus elf Personen. Er plant und koordiniert die inhaltliche und strukturelle Entwicklung von ERI3R und fördert aktiv die Vernetzung der biomedizinischen Forschungsgemeinschaft an der FAU und dem Uniklinikum Erlangen.

Mitglieder des Arbeitskreises ERI3R (von links nach rechts): Mareen Ziegelmann, Elisabeth Zinser, Regine Schneider-Stock, Benjamin Frey, Lydia Meder, Matthias Rübner, Tina Jost, Stefanie Köhler.

Rechts im Bild (v.o.n.u.): Anja Schulze-Krebs, Carla Wahlich und Anja Derer. Bildquelle: privat.

Sprecherin:

Stellvertretender Sprecher:

Weitere Mitglieder

Tierversuche sind in der biomedizinischen Forschung unverzichtbar, denn nur mit Versuchstieren lassen sich komplexe Vorgänge im lebenden Organismus erfassen und verstehen. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse beruhen auf Ergebnissen aus Tierversuchen. Dadurch bildet tierversuchsbasierte Forschung eine wichtige Grundlage für den biomedizinischen Fortschritt in Deutschland.

3D Illustration einer Maus
Quelle: Freepik

Alle tierexperimentell arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tragen eine große Verantwortung für das Wohlergehen der Versuchstiere. Obwohl Tierversuche in der Forschung unerlässlich sind, besteht Einigkeit darüber, sie auf das notwendige Minimum zu begrenzen. Maßgeblich ist dabei das ethische Prinzip der 3RReplace (Vermeiden), Reduce (Verringern) und Refine (Verbessern). Die Begriffe stammen von den britischen Forschern William Russell und Rex Burch und wurden 1959 in ihrem Buch „The Principles of Humane Experimental Technique“ eingeführt. Diese Handlungsgrundsätze sollen die Zahl der Versuche reduzieren und das Leid der Tiere auf ein notwendiges Maß begrenzen.

Die konsequente Umsetzung des 3R-Prinzips in allen Bereichen tierexperimenteller Forschung ist Voraussetzung dafür, dass Tierversuche von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, die 3R-Prinzipien aktiv in Forschung, Lehre und Infrastruktur am Standort Erlangen zu verankern. Wir setzen uns dafür ein, die Prinzipien Replace, Reduce und Refine konsequent umzusetzen. Zentrales Anliegen der Initiative ist der aktive und zielgerichtete Austausch von Informationen unter Forschenden, um Tierzahlen zu reduzieren, das Wohlergehen der Tiere zu verbessern und tierfreie Testsysteme kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei stehen sowohl die Qualität der wissenschaftlichen Arbeit als auch das Wohl der Tiere gleichermaßen im Fokus.

Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit Tierversuchen arbeiten, sind sich ihrer großen Verantwortung für das Wohlergehen der Tiere bewusst. Obwohl Tierversuche in der Forschung weiterhin notwendig sind, besteht Konsens darüber, sie auf das unbedingt erforderliche Maß zu reduzieren. Als ethische Leitlinie dient dabei das sogenannte 3R-Prinzip: Replace (Ersetzen), Reduce (Reduzieren) und Refine (Verbessern). Dieses Konzept wurde 1959 von den britischen Forschern William Russell und Rex Burch in ihrem Werk „The Principles of Humane Experimental Technique“ vorgestellt. Ziel der 3R ist es, die Anzahl der Tierversuche zu begrenzen und das Leiden der Tiere so gering wie möglich zu halten. Die konsequente Anwendung dieses Prinzips ist Voraussetzung für die behördliche Genehmigung tierexperimenteller Forschung.

Im Rahmen der Planung und Durchführung von Tierversuchen werden daher folgende Prinzipien entsprechend dem 3R-Konzept berücksichtigt:

Replacement (Vermeidung):
Wann immer möglich, werden Tierversuche durch geeignete Alternativmethoden ersetzt. Dabei wird stets geprüft, ob zur Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung einfachere Organismen wie Bakterien oder wirbellose Tiere ausreichen oder ob Zell- und Gewebekulturen, Computermodelle oder andere Ersatzverfahren eingesetzt werden können.

Reduction (Verringerung):
Die Zahl der eingesetzten Versuchstiere wird auf das unbedingt erforderliche Minimum begrenzt. Ein durchdachtes Versuchsdesign sowie statistische und methodische Optimierungen leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Tiermodelle werden auf Basis vorhandener Erfahrungen gezielt ausgewählt. Zudem verhindert die zentrale Erfassung von Versuchsergebnissen und eine enge Abstimmung zwischen Wissenschaftler*innen die unnötige Wiederholung ähnlicher Experimente.

Refinement (Verbesserung):
Die Tiere müssen artgerecht gehalten,, werden mit ausreichend Platz und unter Bedingungen, die ihr Wohlbefinden unterstützen. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Untersuchungsmethoden – etwa verbesserte Betäubungs- und Narkoseverfahren sowie spezielles Tiertraining – werden Stress, Schmerzen und Leiden so weit wie möglich minimiert.

  • Förderung des Austauschs von Wissen, Erfahrung und Zusammenarbeit: Wir vernetzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen, um Best Practices und neue Ansätze rund um 3R zu teilen.

  • Aufbau einer 3R-orientierten Technologieplattform
  • Stärkung von Lehre und Weiterbildung: Durch gezielte Schulungen und Veranstaltungen machen wir 3R zu einem festen Bestandteil der wissenschaftlichen Ausbildung – für Studierende ebenso wie für erfahrene Forschende.

  • Unterstützung von 3R-Forschungsprojekten: Wir möchten Ansprechpartner für Initiativen und Projekte sein, die innovative 3R-Ansätze verfolgen, und den interdisziplinären Dialog fördern.

  • Transparenz und Sensibilisierung schaffen: Wir setzen uns für eine offene Kommunikation zum Thema Tierversuche und Alternativmethoden ein – innerhalb der Universität und in der Öffentlichkeit.

Gemeinsam gestalten wir eine moderne Forschungskultur, die exzellente Wissenschaft mit ethischer Verantwortung verbindet.