Erster Auftritt der Erlanger Initiative 3R – ERI3R
Die Lange Nacht der Wissenschaften in Erlangen
Forschen – Staunen – Entdecken: 3R-Forschung am Universitätsklinikum Erlangen
Wer am Samstag des 25. Oktobers das Hörsaalgebäude am Ulmenweg 18 betrat, spürte sofort: Hier pulsiert Wissenschaft. Dank großzügig bereitgestellter Räumlichkeiten bot sich uns die einmalige Gelegenheit, unsere vielfältigen Projekte zur 3R-Forschung am UKER in einem lebendigen, inspirierenden Umfeld zu präsentieren. Und dieses Umfeld wurde – im besten Sinne – zum Bienenstock.
Gleich am Eingang begrüßte ein Poster mit Informationen zu unserer ERI3R-Initiative die Besucherinnen und Besucher. Präsentiert wurde es von der Sprecherin der Initiative, PD Dr. Elisabeth Zinser, unterstützt von Dr. Tina Jost. Die inhaltlich nahtlose Anbindung an die anschließenden Poster zu innovativen 3R-Modellen erwies sich als perfekter Auftakt und schlug eine ideale Brücke zu den Fachthemen im Seminarraum. Das Interesse war tatsächlich überwältigend: Bis in den späten Samstagabend hinein strömten Menschen aller Altersgruppen durch die Ausstellung, vertieften sich in Gespräche und staunten über die Welt der Alternativmethoden in der biomedizinischen Forschung.
Ein besonderer Publikumsmagnet war der Stand der AG Schneider-Stock (Experimentelle Tumorpathologie). Unter der engagierten Leitung von Dr. Kerstin Hübner präsentierte das Team eindrucksvoll alternative 3R-Modelle wie Organoide, Gewebepräzisionsschnitte und das CAM-Modell, die in der Tumorforschung zu Dickdarmkrebs zum Einsatz kommen. An hochauflösenden Mikroskopiescans erkundeten Kinder und Erwachsene gleichermaßen Tumorgewebe in seinen Details – ein faszinierender Blick in eine sonst verborgene Welt. Ergänzt wurde die Präsentation durch eindrucksvolle Immunfluoreszenzbilder, die per Beamer präsentiert wurden, sowie informative Poster und Flyer. Als nächtliches Highlight folgte ein mitreißender Pecha-Kucha-Vortrag mit dem Thema „3R-Modelle im Rampenlicht: Innovative Ansätze in der Krebsforschung.“
Auch die AG Meder (Cell Plasticity at the Tumor-Host-Interface) zog zahlreiche neugierige Gäste an ihren Stand. Hier wurde das komplexe Thema Lungenkrebs einfühlsam und verständlich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder aufbereitet. Ein Luftballon-Modell half den jüngsten Besuchenden, Atemprobleme bei Lungenkrebs zu begreifen – spielerisch, aber eindrucksvoll. Erwachsene erhielten tiefere Einblicke in die Mechanismen der Metastasierung und konnten mithilfe von Mikroskopie-Scans selbst Metastasen in Gewebeschnitten aus Maustumormaterial entdecken. Beide Gruppen nahmen begeistert an einem altersgerechten Quiz teil – und überraschten das Team mit erstaunlichen Vorkenntnissen.
Auch die Central Biobank (CeBE) war an der Langen Nacht der Wissenschaften vertreten. Dank der engen Kooperation mit ERI3R konnten sich die Besucherschaft am Stand der CeBE anhand von Flyern und einem Poster umfassend über das präklinische Biobanking und dessen Bedeutung für die Umsetzung der 3R-Prinzipien informieren. Hier wurde das Augenmerk vor allem auf die beiden Punkte Reduktion von Tierversuchen und Animal Sharing gelegt, welche anhand der strukturierten Sammlung (nicht-humaner) Bioproben umgesetzt werden sollen. Ein interaktives Angebot lud zudem dazu ein, selbst erste Erfahrungen im Pipettieren von Flüssigkeiten und beim Einbetten von „Gewebeproben“ zu sammeln. Die ausgebuchten Führungen durch die Räumlichkeiten der CeBE boten einen tieferen Einblick in die Arbeitsweise einer zentralen Biobank – einschließlich der Lagerräume mit ihren -80 °C Ultratiefkühlschränken. Im Pecha-Kucha-Vortrag „Biobanken – Schatzkammern der Medizin“ wurde schließlich aufgezeigt, welche zentrale Rolle Biobanken für Forschung und Gesellschaft spielen: Sie schützen nicht nur die Artenvielfalt, sondern leisten auch einen entscheidenden Beitrag zur Weiterentwicklung der medizinischen Forschung – ganz im Sinne der 3R-Prinzipien.
Am Ende dieses besonderen Wochenendes bleibt vor allem eines: die 3R-Forschung am UKER hat nicht nur Wissen vermittelt, sondern Wissenschaft erlebbar gemacht.

